Über den Verstand hinaus ins Neue Bewusstsein
Der Verstand erlebt gerade eine sehr herausfordernde Zeit. Warum ist das so? Wie könnte sich das gerade in deinem Leben manifestieren? Und wie können wir mit den Veränderungen, die uns überall begegenen, umgehen? Wie können wir den Übergang, in dem wir uns befinden, unterstützen?

Die Energien sind seit 2012 sehr intensiv. Es strömen eine Menge neue Energien herein, Energien, die noch nie hier waren im Bereich der Erde. Die Intensität dieser Energien erzeugt in uns Druck und Unruhe. Wir beginnen vieles in Frage zu stellen, unser Verstand rast auf Hochtouren. Er hat enorme Schwierigkeiten mit der Geschwindigkeit, in der sich momentan alles bewegt, mitzukommen. Unsere inneren Dämonen erwachen, sie erschrecken uns, und sie führen ihren Dämonentanz um uns herum auf. Und wir haben vielleicht sogar das Gefühl, sie treiben uns in den Wahnsinn.

Unter "inneren Dämonen" verstehe ich all die Stimmen, die dich an dir selbst zweifeln lassen, die dir einreden, unzulänglich zu sein, minderwertig, fehlerhaft, schuldig (für was auch immer), böse, niederträchtig, faul, nichts auf die Reihe zu kriegen, im Leben völlig zu versagen, nichts wert zu sein, alles falsch gemacht zu haben .... Angst und Depression scheinen möglicherweise übermächtig zu werden. Oder du hast das Gefühl, es wird dir alles zu viel; du kannst nicht mehr; und du fragst dich, was das alles soll.

Was geschieht hier?
Der Verstand versucht über alle Energien, die vorhanden sind und die zusätzlich hereinkommen, die Kontrolle zu behalten. Doch er kann es nicht, er ist vollkommen überfordert. Deshalb hast du vielleicht das Gefühl, dir entgleitet so manches, was vorher gut funktioniert hat.

Der Verstand versucht zwar die Kontrolle aufrecht zu erhalten, aber in Wirklichkeit ist er dessen unendlich müde. Er sehnt sich danach in deine göttliche Intelligenz integriert zu werden, in dein Bewusstsein. Das bedeutet, die Kontrolle völlig loszulassen, das scheinbare Chaos zu erlauben. Zerfällt dann unsere Integrität? Zerfällt dann die Welt? Lösen wir uns ins Nichts auf? Diese Fragen entstehen, weil wir uns hauptsächlich über unseren Verstand definieren. Aber wir sind nicht unser Verstand. Wir sind Bewusstsein, Bewusstsein das sich beständig ausdehnen will. Der Verstand dagegen erhält die bestehenden Grenzen und Muster aufrecht. Er funktioniert durch Wiederholung und Beständigkeit. Das vermittelt uns eine gewisse Sicherheit. Gleichzeitig geht unsere Freiheit verloren. Wenn wir sehen, was in der Welt geschieht, können wir fühlen, dass eine unglaubliche Sehnsucht nach Freiheit vorhanden ist. Sie möchte die Ketten sprengen.

Nun, der Verstand weiß, dass seine Zeit vorüber ist. Er war ein wichtiger Teil der evolutionären Menschheitsentwicklung. Doch die Entwicklung bleibt nicht stehen, und der Verstand unterstützt uns sogar darin weiterzugehen.

Das scheint eine paradoxe Situation zu sein. Einerseits möchte sich der Verstand ergeben, andererseits kämpft er um die Kontrolle. Der Konflikt, der hier vorhanden ist, erzeugt einen unglaublichen Druck. Und wie wir wissen, Diamanten entstehen durch sehr hohen Druck und andere Konstellationen, die zusammenkommen müssen. Dieser hohe Druck wird uns früher oder später aus dem Verstand herauskatapultieren. Das sieht für die Außenwelt dann so aus, als ob jemand den Verstand verloren hätte, was er ja auch hat.

Das ist ein ganz natürlicher Prozess, der gerade stattfindet. Und ich weiß, so mancher wird das als sehr bedrohlich empfinden. Wie können wir also diesen Prozess unterstützen, so dass der Übergang leichter und harmonischer vollzogen werden kann?

Wir können diesen Prozess unterstützen, indem wir dem Verstand erlauben zur Seite zu treten; indem wir bewusst Kontrolle loslassen; indem wir mit unserem Verstand sprechen und ihm versichern, dass wir die Kontrolle freigeben, dass wir ihn freigeben; indem wir unserem Verstand bewusst erlauben, sich zu entspannen und dass Dinge nicht unbedingt nach unseren verstandesmäßigen Vorstellungen ablaufen müssen - sie tun es sowieso nicht -, dass wir nicht alles mit unserem Verstand verstehen müssen, dass wir nicht alles erklären können müssen, und dass auch Chaos in unserem Leben sein darf; indem wir aufhören, uns gegen das zu wehren, was ist; indem wir uns erlauben mit unserem Herzen zu fühlen, anstatt mit unserem Verstand zu verstehen; indem wir bewusst atmen und uns erlauben, uns über den Verstand hinaus auszudehnen.

Ein wunderbares Beispiel für den Übergang aus dem Verstand zum Bewusstsein habe ich vor einiger Zeit in einem Beitrag auf Zeit-Online gefunden. Dabei geht es um etwas Neues im Bereich Straßenverkehr. Es heißt "Shared Space" - miteinander geteilter Raum. Normalerweise wird im Straßenverkehr alles geregelt - mit Hilfe von Gesetzen, Regeln, Vorschriften, Verkehrsschildern, Ampeln, Bürgersteigen, Radwegen, Markierungen, Kontrollen, Bußgelder etc. Unser Verstand behauptet, wir brauchen das für die Sicherheit und Ordnung, um Chaos zu vermeiden ...

Die Idee des "Shared Space" wagt etwas Neues - Straßen ohne Regeln, ohne Verkehrsschilder, ohne Bürgersteige und Radwege und das Ziel ist die Freiheit des geteilten Raumes. Eine faszinierende Idee. Hier gibt es keine vorgegebene Ordnung. Die Basis dieses Raumes ist das Unvorhersehbare. Das hat weit reichende Folgen, denn wenn in dieser Freiheit des miteinander geteilten Raumes keiner mehr auf sein Recht pochen kann, weil es dieses Recht nicht mehr gibt, werden Umsicht und Aufmerksamkeit, der Blick für den Anderen und das achtsame Miteinander gefördert.

Man könnte nun einwenden, das funktioniert nicht aus zahllosen Gründen, doch wir wachsen in eine neue Zeit hinein und hier wird bereits etwas umgesetzt, was bereits die Richtung anzeigt: vom geordneten, geregelten, linearen, denkenden Verstand zum fließenden, unstrukturierten, nicht vorherbestimmten, lebendigen Leben.
Zitat aus dem Artikel: "Die Umwälzungen sind ja auch gewaltig, geradezu epochal. Und gerade die Widerstände zeigen, dass der Shared Space weit mehr ist als nur ein Verkehrskonzept. Er verkörpert ein gewandeltes Weltverständnis und verlangt ein neues Bewusstsein: Das lineare weicht dem komplexen Denken, alles Getaktete wird fluid, die strengen Grenzen eines genormten Daseins lösen sich auf. Und anders noch als in den achtziger Jahren, als viele für Verkehrsberuhigung und Spielstraßen eintraten, ist nicht länger Ruhe das Ideal, sondern ein lebendiges Chaos. Planer planen das Ungeplante, einen Raum, der nicht determiniert ist - wann hat es das je gegeben?"

Das Bewusstsein der Menschheit verändert sich und damit verändert sich auch unsere Welt. Und wenn wir mit dem Herzen schauen, können wir dies bereits überall erkennen, auch wenn unsere verstandesorientierte Seite vielleicht in Panik ausbricht, weil sie den Boden der Sicherheit verliert.

Link zum vollständigen Zeit-Online Artikel:
http://www.zeit.de/2011/31/Shared-Space/komplettansicht

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